Den Fuß in die Tür bekommen

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Du hast endlich die Schule beendet und dein Abi in der Tasche? Supi! Du hast aber keine Ahnung wie es danach weiter gehen soll? Dann geht es dir wie mir. Der Journalismus ist (leider) kein Beruf, für den man eine Ausbildung oder ein Studium absolviert und dann ausgebildet und „fertig“ ist. Viel mehr setzt sich die Ausbildung aus vielen Möglichkeiten zusammen, die du dir so zusammenpuzzeln kannst, wie sie gerade in dein Leben passen. In diesem Beitrag erkläre ich die, wie du einen Fuß in die Tür bekommen kannst, was am Anfang Sinn macht und wo du am besten anfängst.

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Das erste Praktikum

Ich habe mein erstes Praktikum ziemlich direkt nach dem Abi gemacht. Das hatte damals viele Vorteile. Unter anderem habe ich noch daheim gewohnt und somit keine zusätzlichen Kosten für eine Unterkunft gehabt. Denn die meisten Praktika im Journalismus sind unbezahlt. Schau hierfür gerne mal in die Rubrik „Die Problematik der Praktika“. Außerdem wusste ich sowieso noch nicht was ich studieren will und habe mir mit dem Praktikum einen Zeitpuffer geschaffen.

Wenn du auch noch nicht weißt, was du studieren sollst oder lieber noch ein paar Monate Pause willst vor dem Studienbeginn, dann kann ich ein Praktikum sehr empfehlen. In den meisten Redaktionen kommst du sofort in den Arbeitsalltag. Das heißt du merkst auch sofort, ob der Beruf dir Spaß macht.

Wie du dich schon in der Schule mit dem Beruf des Journalisten befassen kannst, findest du hier.

Bewerbungen schreiben

Wie kreative Bewerbungen im Journalismus aussehen kannst du die hier ansehen. Mir geht es in diesem Absatz ganz klar um die erste Bewerbung für ein längerfristiges Praktikum. Denn hier ergeben sich die meisten Probleme. Viele stellen sich die Frage, wo ihr euch überhaupt bewerben könnt. Die meisten ausgeschriebenen Praktika fordern nämlich Vorerfahrung. Und das stellt neben Unerfahrenheit und fehlender Bezahlung das größte Problem dar. Ich kann euch nur empfehlen, Bewerbungen zu Regionalredaktionen wie Zeitung und Radio bei euch in der Nähe zu schicken. Auch wenn die Stellenausschreibung nicht zu 100 Prozent zu euch passt. Du kannst immer Glück haben, jemand springt ab oder der Radaktionsleiter sieht Potential in dir. Versuche die Bewerbungen mindestens ein halbes Jahr vor Praktikumsbeginn abzuschicken, denn die meisten Plätze werden sehr frühzeitig vergeben, um Planungssicherheit für die Redaktionen zu schaffen.

Meine Taktik damals war klar: Ich würde mich trotzdem überall bewerben, denn mehr wie absagen können sie ja nicht. Also habe ich mich in sechs Regionalredaktionen in der Nähe meiner Heimat beworben. Und von fast allen kam als Antwort: „Danke für deine Bewerbung, aber ohne Vorerfahrung können wir dich leider nicht nehmen.“ Wie paradox! Da wollen doch alle Praktikanten mit Vorerfahrung, aber niemand nimmt eine Praktikantin, die Erfahrung sammeln möchte. Zum Glück folgte dann die Antwort auf meine letzte, noch offene Bewerbung. Das Regionalstudio eines größeren Radiosenders nimmt auch Praktikanten ohne Vorerfahrung. Ich war so froh, weil ich wirklich Angst hatte, dass meine Chance auf den Traumberuf an dieser Stelle schon gescheitert war.

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Der Sprung ins kalte Wasser

Wundere dich nicht, dass du sofort anfangen musst. Eine lange Einarbeitungszeit hatte ich in kaum einem Praktikum. Vor allem in tagesaktuellen Redaktionen wie Nachrichtenredaktionen hat kein Redakteur die Zeit, dich eine Woche an der Hand zu nehmen.

Im Januar 2016 konnte ich anfangen. Es lief, für mich damals überraschend, nach dem Prinzip: Sprung ins kalte Wasser. Schon am ersten Tag musste ich für eine Umfrage zu einer Demonstration gegen das Handelsabkommen TTIP. Das werde ich nie vergessen, wie unsicher ich war, weil ich mir noch nicht einmal sicher war, wie das Mikro nochmal funktioniert.

Bei einem solchen Praktikum merkst du sofort, ob der Job etwas für dich ist. Stress gehört zum Alltag. Es ist unglaublich schwierig immer rechtzeitig zu den Terminen und Pressekonferenzen zu kommen. Trotzdem habe ich im Regionalradio gemerkt, warum ich diesen Job so liebe. Es sind die kleinen Geschichten, die jeder Mensch zu erzählen hat. Die Geschichten, die direkt vor deiner Haustür passieren und die meisten Menschen sehen sie nicht. Unglaublich, wie spannend das eigene Dorf werden kann, wenn ich mich damit beschäftigen muss.

Mit Stress umgehen

Am besten legst du dir so schnell wie möglich eine gute Taktik für den Umgang mit Stress zurecht. Die Redakteure können schon Druck aufbauen. Sie gehen in diesem Beruf von sich aus und sind damit Stress und Termindruck gewohnt. Dass der ein oder andere Neue damit nicht umgehen kann, erkennen die wenigsten.

Ich habe diesen Umstand ersten richtigen Praktikum schmerzlich erlernt. Mit Stress schafft man in diesem Beruf vielleicht ein großes Pensum an Nachrichten, aber man macht leicht Fehler und vergisst Termine, wird fahrig. So habe ich meinen ersten Autounfall beim gestressten Einparken im engen Parkhaus mit dem Geschäftswagen geschafft. Oder ich habe an einem Tag einen wichtigen Termin für ein Interview vergessen, obwohl wir morgens noch darüber gesprochen haben. Letztendlich habe ich mir vorgenommen, und versuche auch es immer umzusetzen, mit Ruhe an die Arbeit zu gehen. Nicht zu trödeln aber mit konzentriertem und besonnenem Arbeiten gelingt das, was man schafft in einer Qualität, mit der man zufrieden sein kann. Klar, ich muss mich immer wieder daran erinnern, aber nur so macht man sich und sein Auto nicht dauerhaft kaputt.

Fazit

Mit dem ersten langen Praktikum bekommst du den Fuß in die Tür dieses großartigen Berufs. Danach ist es deutlich einfacherer an weitere Praktika und Jobs zu kommen. Deshalb musst du hier Hartnäckigkeit und Wille beweisen. Achte vor allem auf diese wichtigen Punkte:

  • Ein Praktikum ist eine sinnvolle Orientierungsphase für den Beruf und die Wahl deines Studienganges
  • Überlege dir, wo du das Praktikum machen könntest, was du mit deinen Fortbewegungsmitteln erreichen kannst und schreibe mindestens ein halbes Jahr vor Beginn so viele Bewerbungen wie möglich.
  • Habe keine Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser. Nur eigene Erfahrung bringt dich weiter.
  • Lerne früh, mit Stress umzugehen. Das erspart dir viel Druck.

Wie war dein erstes Praktikum? Wie bist du darauf gestoßen? Erzähle mir davon in den Kommentaren oder schick mir hier eine Nachricht.

Veröffentlicht von Annika

Ich starte gerade in den Beruf der Journalistin.

2 Kommentare zu „Den Fuß in die Tür bekommen

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