Welche Interessen brauche Ich?

anonymous person with binoculars looking through stacked books

Um den richtigen Beruf zu finden, ist es erst einmal wichtig, die eigenen Interessen und Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Es hilft, dir folgende Fragen zu stellen: Warum interessiere ich mich für den Beruf des Journalisten, der Journalistin? Was für Interessen und Fähigkeiten könnte ein Journalist gebrauchen? Welche der Interessen und Fähigkeiten kann ich schon vorweisen?

Wichtig dabei ist, dich realistisch einzuschätzen. Du musst nicht alles können, vor allem wenn du noch zur Schule gehst.

Wie du dich richtig einschätzen kannst und was du wirklich am Anfang brauchst erfährst du in diesem Beitrag.

Photo by Max Fischer on Pexels.com
Noten sind nicht so wichtig

Das wichtigste vorweg: Im Journalismus sind Noten eher zweitrangig. Erleichternd, oder? Ich war nie die Beste in der Klasse oder hatte ein Fach in dem sowieso eine Eins steht. Viel wichtiger ist, wo deine Interessen liegen und wie breit du aufgestellt bist. Überall eine Zwei oder Drei zu haben ist besser als Einer und Fünfer. In einem Fach solltest du aber sicher sein und das ist in Deutsch. Dieser Beruf beruht auf der deutschen Sprache, egal ob in Schrift oder gesprochen. Grammatik und Rechtschreibung gehören zum grundlegenden.

Ich war ungefähr in der siebten Klasse, also 13 Jahre alt oder so. Der Deutschunterricht hat mir meistens Spaß gemacht, auch wenn ich nicht die Beste war. Mein Notenschnitt lag das gesamte Schulleben in Deutsch zwischen 2 und 3. Das war aber für meine Eltern und mich auch nie der Ansporn, sehr gute Noten musste ich also nicht nach Hause bringen. Zusätzlich habe ich gern und viel geredet, auch bei Referaten vor der Klasse.

Aber reicht es, ganz okay im Deutschunterricht zu sein und gerne Reden als Grund für den Journalismus? Abschließend muss ich wohl sagen, nein, das reicht noch nicht. Aber es war der Anfang, der mich in diese Richtung gebracht hat.

Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung

Wie ein Beruf wirklich ist, kann dir kein Lehrer und keine Webseite im Internet verraten. Deshalb musst du versuchen, so viel wie möglich selbst zu erleben. Schon die Schulen bieten gute Möglichkeiten, in deinen Beruf zu schnuppern. Egal, ob es eine Schülerzeitung gibt, oder du die Abizeitung mitgestalten kannst. Dich mit der Materie zu beschäftigen, bringt dich auf jeden Fall weiter.

In Baden-Württemberg fordern die Schulen auch Berufspraktika in der Mittelstufe. Meiner Erfahrung nach wählen hier viele das Unternehmen der Eltern oder einen Job mit wenig Aufwand in der Nähe. Ich kann allerdings nur empfehlen, deine Erfahrung schon im Bereich Journalismus zu machen. Frage rechtzeitig die regionale Zeitung an oder überlege dir, ob du zu Regionalstationen der öffentlich-rechtlichen Sender pendeln kannst. Kein Sender ist zu groß, alle nehmen gerne junge Leute und erklären ihnen ihren Beruf. Lies hierzu auch im Bereich Problematik der Praktika weiter!

Also habe ich mich kurzentschlossen für mein BOGY-Praktikum beim SWR in Stuttgart beworben. Dass alle meine Freundinnen zur Bank oder Ärzten in der Nähe von Pforzheim wollten, hat mich nie gestört. Es war spannend mit dem Zug und der U-Bahn den ganzen Tag unterwegs zu sein. Beim SWR bin ich dann in eine neue Welt eingetaucht. Es war alles so aufregend. Die Redaktionssitzungen morgens, in denen auch ich nach meiner Meinung gefragt wurde, mit 16 Jahren. Die Drehs jeden Tag mit anderen Personen und zusammen mit der Redakteurin im Schnitt. Auch die Liveshow abends habe ich freiwillig noch mitgenommen und alles aufgesaugt was ging. Schade, dass es nur eine Woche war, dachte ich am Schluss.

Stresse dich nicht. Der Beruf muss Spaß machen!
Rückschläge gehören dazu

Es wird immer Leute geben, die dich für nicht so geeignet halten. Das sollte dich nicht zu sehr treffen. Nimm es lieber als ansporn, den Kritikern das Gegenteil zu beweisen.

Das erste Zweifeln kam dann mit der Note des Berichts zu dem Praktikum, das mir doch so viel Spaß bereitet hatte. Denn was ich nicht wusste, die Lehrerin war früher selbst Zeitungsreporterin. Ihr Kommentar zu meiner Vier: „Tja Annika, da hattest du einfach Pech, dass ich von der Branche mehr Ahnung habe als du.“ Dass man in einer Woche Arbeit und ein bisschen Recherche nicht den gleichen Wissensstand haben kann, wie nach mehreren Jahren Berufserfahrung, hat sie nicht eingesehen.

Übertreibe es nicht

Du bist trotzdem nur Schüler:in. Erfahrung sammeln ist wichtig und kann dir später einiges erleichtern. Aber Ferien sind zum Ausspannen da und während der Schulzeit gibt es deutlich wichtigere Sachen. Entwickle dich weiter und mach dir nicht zu viel Druck.

Während der Schulzeit habe ich mir dann nicht mehr viele Gedanken zu meinem Berufswunsch gemacht. Der Journalismus war immer präsent. Viele, die Ahnung von dem Beruf haben, werfen mir heute vor, nicht schon während der Schulzeit mit Praktika oder Schülerzeitung angefangen zu haben. Ich muss aber sagen, dass ich froh bin, mir keinen Stress gemacht zu haben. Die Schule, vor allem die Oberstufe in G8 war anstrengend und stressig genug. Eine Schülerzeitung gab es bei mir an der Schule sowieso nicht und in meinen Sommerferien hatte ich wirklich anderes zu tun, als ohne Gehalt arbeiten zu gehen. Nach dem Abitur kamen dann die Zweifel: Ist das vielleicht nicht dein Traumberuf, oder warum hattest du nicht genug Motivation, in die Richtung etwas zu machen? Es steht schließlich in jedem Berufsratgeber für Journalismus. Aber ich sage euch eins: Wenn ich mich nicht wohlgefühlt habe, hat mir die Arbeit auch keinen Spaß gemacht. Und das Pflichtgefühl hat nicht gereicht, um solche Projekte, die ich durchaus vorhatte, durchzuziehen.

Merke: Egal aus welcher Motivation der Journalismus angefangen wird, es ist wichtig, dass ihr dafür brennt, dass Leidenschaft dabei ist. Nur dann kann der danach folgende Weg auch durchgehalten werden.

Fazit

Finde früh deine Interessen heraus. Dazu gibt es schon in der Schulzeit einige Möglichkeiten. Wichtig sind vor allem die folgenden Punkte:

  • Noten sind nicht das wichtigste
  • Sammle lieber Erfahrung und erkenne so deine Interessen
  • Rückschläge gehören dazu. Wichtig ist, dass du dranbleibst und dich nicht unterkriegen lässt
  • Setz dich nicht unter Druck. Du musst beim Abi weder perfekt sein, noch genau wissen was du wie machen möchtest.

Machst du schon in deiner Schulzeit etwas für deinen Traumberuf? Erzähle mir gern von deinen Erfahrungen.

Veröffentlicht von Annika

Ich starte gerade in den Beruf der Journalistin.

Ein Kommentar zu “Welche Interessen brauche Ich?

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: