So findest du das richtige Praktikum

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Sobald du dich im Studium eingefunden hast, solltest du dich um weitere praktische Erfahrung kümmern. Wenn du noch nicht weißt, was du studieren sollst, dann schau mal hier rein, dort habe ich über die Studienwahl geschrieben. Um die richtigen Arbeitgeber für dich und deinen Lebenslauf zu finden, gibt es einiges zu beachten. Um die richtige Mischung zwischen Arbeitserfahrung, großen Namen und Umsetzbarkeit in journalistischen Praktika soll es in diesem Beitrag gehen.

Radiojournalismus als wichtiges Standbein – Photo by Dmitry Demidov on Pexels.com
Wie soll es weiter gehen?

Diese Frage stellen sich viele während dem Studium. Das schlimmste ist, einfach gar nichts zu machen. Ich habe mit vielen klugen, begabten Leuten studiert, die aber keine Arbeitserfahrung gesammelt haben und dann nach dem Studium riesige Probleme hatten, einen Job zu finden. Außerdem macht ihr das vor allem für euch. Früh zu wissen, in welche Richtung es gehen soll, erspart euch später „nutzlose“ Praktika.

Bei der Suche nach praktischer Erfahrung müsst ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Wo willst du hin?
  • Wie lang soll es gehen?
  • In welchen Bereich will ich hineinschnuppern?
  • Was passt warum in deinen Lebenslauf?
Wo willst du hin?

Der Ort für dein nächstes Praktikum hängt von mehreren Faktoren ab. Willst du am Studienort bleiben? Gibt es dort überhaupt die Möglichkeit eines Praktikums bei einem Fernsehsender, einer Radiostation oder einer Tageszeitung? In Großstädten ist das bestimmt weniger ein Problem. Wenn du allerdings in einer kleinen Stadt studierst, so wie ich das getan habe, kannst du nicht einfach davon ausgehen. Die Internetseiten der Redaktionen geben meistens unter „Karriere“ Infos über die Möglichkeit und Länge eines Praktikums.

Eine andere Möglichkeit ist natürlich immer, für ein kurzes Praktikum wieder zu Hause zu wohnen. Schau in der Nähe deiner Heimat, welche großen und kleinen Redaktionen es gibt und was dich dort interessieren könnte.

In beiden Fällen musst du immer deine Möglichkeiten im Auge behalten. Wie kannst du den Arbeitsplatz erreichen? Hast du die Möglichkeit, ein Auto zu nutzen oder existiert eine besonders kurze, praktische Busverbindung von deinem zu Hause an den Arbeitsplatz? Oder fährst du im Sommer einfach mit dem Fahrrad und tust dann auch noch etwas Gutes für die Umwelt?

Du kannst dich natürlich auch entscheiden, für ein paar Wochen oder Monate in eine neue Stadt zu ziehen und dort zu Arbeiten. Dafür habe ich mich zwei Mal entschieden und es auch nicht bereut. Allerdings ist es eine sehr teure Angelegenheit. Und organisatorisch eine Herausforderung. Zuerst musst du Bewerbungen schreiben. Sobald du eine Zusage hast, geht die Arbeit aber erst los. Du brauchst eine Wohnung oder ein Zimmer zur Zwischenmiete. Das ist bei einer Praktikumszeit von drei bis sechs Monaten weniger ein Problem. Bei ein paar Wochen allerdings schwer umzusetzen. Außerdem musst du einen Untermieter für deinen aktuellen Wohnraum finden. Das ist alles schon nicht einfach. Der Umstand, dass die meisten Praktika unbezahlt sind, kommt erschwerend dazu. Zu unbezahlten Praktika werde ich bald einen Kommentar schreiben. Den kannst du dann hier lesen.

Zeitungsjournalismus – Photo by brotiN biswaS on Pexels.com
Wie lang soll das Praktikum gehen?

Praktika oder Hospitanzen werden schon ab einer Dauer von vier Wochen vergeben und können bis zu einem halben Jahr gehen. Auch die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab. Ganz klar der erste: Wie viel Zeit hast du? Sind es nur ein paar Wochen nach der Prüfungsphase in der vorlesungsfreien Zeit oder hast du ein Urlaubssemester oder Praxissemester? Außerdem musst du dir überlegen, wo du hinwillst. Wie im Absatz oben angeklungen ist, macht es keinen Sinn, sich nur für ein paar Wochen eine Wohnung in einer anderen Stadt zu suchen.

Es macht Sinn, die Praktika so lang wie möglich zu machen, um auch alles mitnehmen zu können. Ist das natürlich deine Traumredaktion, in die du schon immer mal reinschnuppern wolltest, kannst du auch eine kürzere Zeit annehmen. So ging es mir vor ein paar Jahren. Ich war endlich im Studium angekommen und wollte die vorlesungsfreie Zeit nutzen, um in einen öffentlich-rechtlichen Radiosender zu schauen. Leider werden dort nur Hospitanzen mit einer Länge von bis zu vier Wochen angeboten. Also habe ich die vier Wochen intensiv genutzt, interessante Leute kennengelernt und einen umfangreichen Einblick bekommen. Ich konnte sogar in vielen Abteilungen mitarbeiten, obwohl ich dort jeweils immer nur eine Woche war.

In welchen Bereich willst du reinschauen?

Wo war dein erstes Praktikum? Wo liegt deine bisherige Erfahrung? Ich war bei meinem ersten Praktikum in einem privaten regionalen Radiostudio. Die regionale Arbeit hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Deshalb habe ich mir einen Platz bei einem öffentlich-rechtlichen regionalen Radiosender gesucht. Ich wollte vergleichen, was der Unterschied zwischen einem privaten und einem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber ist. Zu welchen Unterschieden ich im Laufe der Zeit gekommen bin, kannst du bald hier nachlesen.

Hast du schon genügend Einblick in einen Bereich erlangt, macht es auch Sinn, in einen ganz anderen Bereich zu schauen. Warst du zum Beispiel so wie ich schon in einer Radioredaktion, macht es auf jeden Fall Sinn, sich im Bereich Online, Fernseh oder Print zu bewerben.

Bei späteren Bewerbungsgesprächen für ein Volontariat oder einen Job solltest du auf jeden Fall erklären können, warum du dich genau in diese Richtung weiterentwickeln willst. Da ist es natürlich das einfachste zu sagen: „Ich habe schon viel ausprobiert und dieser Job hat mir am meisten Spaß gemacht“. Ich habe im Laufe meiner praktischen Erfahrung auch versucht, überall einen Einblick zu bekommen. Ich war in Radioredaktionen, großen TV-Häusern sowohl privat als auch öffentlich-rechtlich und in einer kleinen regionalen Nachrichtenredaktion die hauptsächlich TV und Onlinenachrichten macht. Was mir am besten gefallen hat? Verrate ich mal in einem anderen Text.

Ich kann nur empfehlen, sich ein Bild zu schaffen, dass so breit wie möglich aufgestellt ist.

Breit aufgestellt sein im Journalismus – Photo by Expect Best on Pexels.com
Was passt warum in deinen Lebenslauf?

Versetze dich einmal in die Position einer Personaler:in. Würdest du jemanden einstellen, der ein Praktikum gemacht hat und dann der Meinung ist, alles zu wissen? Wenn du mit Erfahrung glänzen willst, solltest du auch wirklich viel gesehen haben und breit aufgestellt sein. Was das bedeutet, habe ich oben schon zum Teil erklärt. Du solltest begründen können, warum dir im Journalismus das eine Medium mehr liegt als das andere. Gerade bei Radio und TV habe ich große Unterschiede in der Arbeitsweise und Präsentationstechnik kennengelernt.

Zudem werden mittlerweile kaum mehr Journalist:innen gesucht, die sich auf ein Medium spezialisiert haben. Vielmehr schimpft sich die neue Bezeichnung: Crossmediajournalist. Auf crossmediale Kenntnisse wird immer mehr Wert gelegt. Da soll der Fernsehredakteur bitte auch Online mit betreuen und Zeitungsredakteure nebenher ein kurzes Video für die Webseite filmen und schneiden. Über die Qualität im crossmedialen Journalismus wird hier noch ein Beitrag folgen. Du siehst, breit aufgestellt zu sein hat mehrere Vorteile und eigentlich keine Nachteile.

Fazit

In diesem Beitrag hast du einen Überblick bekommen, auf was du bei der Praktikumsauswahl und Bewerbung beachten solltest. Es spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle, die vermeiden, dass du ein Praktikum im Nachhinein als unnötig oder falsch einstufst.

Die folgenden Punkte solltest du in deiner aktuellen Situation beachten:

  • Wo willst du hin?
  • Wie lang soll es gehen?
  • In welchen Bereich will ich hineinschnuppern?
  • Was passt warum in deinen Lebenslauf?

Da jeder Leser in einer anderen und ganz eigenen Lebenssituation ist, sind manche Fragen wichtiger und manche unwichtiger. Trotzdem solltest du dir über jeden Punkt kurz Gedanken machen und die Frage für dich klären. Das schützt dich vor verschwendeter Zeit.

Crossmedialer Journalismus als Zukunftsmodell – Photo by Pixabay on Pexels.com

Was war dein spannendstes Praktikum und warum? War das ein besonders spannendes Arbeitsfeld? Oder eine besonders spannende Stadt? Erzähle mir gern in den Kommentaren oder im Kontaktformular davon.

Veröffentlicht von Annika

Ich starte gerade in den Beruf der Journalistin.

2 Kommentare zu „So findest du das richtige Praktikum

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